Vertrauen: Warum das Unfertige auch dazu gehört

Wie gerne haben wir es, wenn alles aufgeräumt ist, jedes Ding an seinem Platz steht, wenn die Wäsche gewaschen, gesaugt und alles in einer klaren Energie schwingt. Es ist dieser Moment, in dem auch unser Geist aufatmet, weil im Außen nichts mehr laut nach uns ruft.

Doch das Leben, unsere Emotionen und auch die Ordnung in unseren Räumen bewegen sich in Wellen. Nicht selten spiegelt unser Umfeld diese Wellen wider – und unser Weg zu einer neuen Klarheit führt mitten durch das Chaos eines Wäscheberges, eines Teenagerzimmers oder sogar eines renovierungsbedürftigen Hauses.

Es geht darum, den Kampf gegen das Unvollkommene aufzugeben und das Chaos auch mal zuzulassen – im inneren Wissen, dass die sehnsüchtig erwartete Klarheit mit der nächsten Welle kommen wird.

Drei Wege, die dir helfen können, das Chaos zu halten:

  • Die Perspektive wechseln: Betrachte das Chaos nicht immer nur als Baustelle. Es ist der Ort, an dem Schöpfung erst geschieht. Zum Beispiel lässt sich eine nicht tapezierte Wand mit ihren Brüchen und Rissen als eigenes Kunstobjekt begreifen und so ganz bewusst in den Raum integrieren.

  • Kleine Inseln schaffen: Wenn das ganze Haus im Umbruch ist, richte dir eine winzige Ecke her, die bereits die Ruhe ausstrahlt, nach der du dich sehnst. Selbst ein aufgeräumter Kühlschrank hebt die Laune , ebenso wie ein schönesBlumenstrauss. Solche Inseln sind auch gut, wenn du fokussiert arbeiten möchtest – ein bewusst gestalteter, ruhiger Platz, an dem die Energie im Raum bereits stimmig ist.

  • In Wellen denken: Akzeptiere, dass Räume atmen. Es gibt Phasen des Ausmistens (Ausatmen) und Phasen des neuen Gestaltens (Einatmen). Du musst die Ordnung nicht erzwingen, wenn die Welle gerade auf „Umbruch" steht.

Chaos gehört zum Prozess dazu – Klarheit kommt mit der nächsten Welle.

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